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BI-Software auswählen · Vertrag und Lizenz

BI Lizenzverhandlung.
Worauf Sie im BI-Vertrag achten.

Beim BI-Vertrag zählen sieben Punkte: Laufzeit und Verlängerung, Lizenzmetrik (Nutzer oder Kapazität), Preisbindung, Datenexport und Exit, Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, Service Level mit Haftung sowie die Mengenänderung während der Laufzeit.

  • Wann verhandeln: erst, wenn Anforderungen, Shortlist und Demos abgeschlossen sind.
  • Warum: Sonst fehlt Ihnen der Hebel, denn der Anbieter weiß dann, dass Sie ohnehin kaufen.
12,10 €
Power BI Pro je Nutzer und Monat, jährliche Abrechnung, zzgl. MwSt. (Microsoft, Oktober 2026)
30 Tage
Übergangsfrist beim Anbieterwechsel für Cloud-Dienste (EU Data Act, Kapitel VI)
12.01.2027
Ab diesem Datum sind Wechselentgelte bei Cloud-Diensten verboten (EU Data Act)
Warum verhandeln

Der Vertrag entscheidet,
was die Lizenz wirklich kostet.

Die Listenpreise der Hersteller sind öffentlich, die Folgekosten stehen im Vertrag. Bei Power BI Pro kostet die Lizenz 12,10 € je Nutzer und Monat, für 100 Nutzer sind das 14.520 € im Jahr (Microsoft, Oktober 2026). In unserem Rechenbeispiel auf der Seite BI-Projektkosten macht die Lizenz rund 32 % der Gesamtkosten über drei Jahre aus. Der größere Teil entsteht also um die Lizenz herum, und genau dort setzen Laufzeit, Metrik und Exit-Regeln an. Dazu kommt der Faktor Zeit: Ein Vertrag läuft oft mehrere Jahre, und Änderungen sind ohne Verhandlungsmacht kaum durchsetzbar.

Ohne vorbereitete Verhandlung

  • Sie akzeptieren die Standardlaufzeit des Anbieters, auch wenn der Rollout erst in Monat vier produktiv wird.
  • Die Lizenzmenge wird nach der Wunschzahl der Fachbereiche gekauft, nicht nach tatsächlicher Nutzung im Pilot.
  • Automatische Verlängerung und Preisanpassungsklauseln fallen erst bei der Rechnung im Folgejahr auf.
  • Export der Berichte und Datenmodelle ist nicht geregelt, der Wechsel wird später zum Projekt.
  • Die Auftragsverarbeitung wird mit dem Standardvertrag des Anbieters unterschrieben, ohne Abgleich mit Ihren Vorgaben.

Mit vorbereiteter Verhandlung

  • Sie koppeln Laufzeit und Menge an Meilensteine: Pilot, erste Welle, Vollausbau.
  • Sie kennen Ihren Bedarf aus Anforderungskatalog und Demo und verhandeln mit einer begründeten Shortlist statt mit einem Favoriten.
  • Preisbindung, Verlängerungsfrist und Obergrenze für Erhöhungen stehen schriftlich im Vertrag.
  • Exit, Datenexport und Übergangszeit sind vor der Unterschrift geklärt und orientieren sich am EU Data Act.
  • Auftragsverarbeitung, Unterauftragnehmer und Serverstandort sind mit Datenschutz und Fachbereich abgestimmt.

Quellen: Microsoft Power BI Preise, Stand Oktober 2026; Lizenzanteil als Rechenbeispiel aus BI-Projektkosten (Erfahrungswerte von Find-Your-BI).

Lizenzmodelle im Überblick

Diese Preismodelle liegen
auf dem Verhandlungstisch.

Auszug aus den veröffentlichten Listenpreisen. Er zeigt, welche Metrik der Anbieter verwendet und woran Sie den Vertrag festmachen. Die Preise sind Herstellerangaben, Rabatte aus Enterprise Agreements oder Partnerverträgen sind nicht berücksichtigt. Achten Sie darauf, dass Preise in unterschiedlichen Währungen nicht direkt vergleichbar sind und Mehrwertsteuer sowie Support-Stufen nicht enthalten sind.

AnbieterSegmentPreis abLizenzmetrikAbrechnungHebel in der Verhandlung
Power BI ProMicrosoft, NutzerlizenzMittelstand12,10 € je Nutzer/MoJe benannter NutzerJährlichMenge nach Pilot, Enterprise-Vertrag
Power BI Premium Per UserMicrosoft, Nutzerlizenz mit Premium-FunktionenMittelstand20,80 € je Nutzer/MoJe benannter NutzerJährlichMischung aus Pro und PPU je Rolle
Microsoft Fabric F64Microsoft, KapazitätEnterprise64.541 € pro Jahr reserviertKapazität (CU)Pay-as-you-go oder JahresreservierungReservierung gegen Pausierbarkeit abwägen
Tableau Cloud StandardSalesforce, Rollen Creator, Explorer, ViewerMittelstandab 15 $ je Nutzer/MoJe Rolle, mind. ein CreatorJährlich, keine MonatspläneRollenmix und Viewer-Blöcke
Tableau Cloud EnterpriseSalesforce, erweiterte VerwaltungEnterpriseab 35 $ je Nutzer/MoJe Rolle, mind. ein CreatorJährlichKapazitätsmodell über den Vertrieb
Qlik Cloud Analytics StandardQlik, KapazitätsmodellMittelstandab 825 $ je MonatDatenvolumen (ab 25 GB), Nutzer inklusiveJährlichDatenmenge und Wachstumsstufen
Qlik Cloud Analytics PremiumQlik, KapazitätsmodellEnterpriseab 2.750 $ je MonatDatenvolumen (ab 50 GB)JährlichZusatzpakete mit 25 GB oder 250 GB

Preise laut Herstellerseiten, Stand Oktober 2026, ohne Umrechnung und ohne Rabatte. Quellen: Microsoft, Tableau, Qlik. Weitere Anbieter finden Sie im BI-Software-Vergleich.

Vertragsbausteine

Sechs Bausteine,
die Sie schriftlich regeln.

Ein BI-Vertrag besteht meist aus Bestellformular, Lizenzbedingungen, Auftragsverarbeitungsvertrag und Service-Level-Beschreibung. Prüfen Sie jeden Baustein einzeln, denn Zugeständnisse in einem Dokument werden im anderen oft wieder eingeschränkt.

01 · Laufzeit und Verlängerung

Laufzeit an den Rollout koppeln

Tableau und Qlik rechnen laut Herstellerseiten jährlich ab, Power BI Pro und PPU ebenfalls (Stand Oktober 2026). Das Jahr ist also der übliche Takt. Ein Vertragsbeginn zum Bestelldatum bedeutet, dass Sie Lizenzen bezahlen, während Datenanbindung und Modell noch gebaut werden.

  • Beginn der Laufzeit auf den Go-live oder Pilotstart legen
  • Verlängerung nur mit schriftlicher Ankündigung und Frist
  • Rechenbeispiel: 100 Nutzer Pro ergeben 14.520 € im Jahr, 43.560 € in drei Jahren
02 · Lizenzmetrik

Nutzer, Rolle oder Kapazität

Die Metrik bestimmt, wie Wachstum den Preis verändert. Bei Qlik zählt das Datenvolumen, bei Tableau die Rolle, bei Power BI Pro der benannte Nutzer. Besprechen Sie früh, welche Rollen zu welcher Lizenz gehören, sonst entstehen Nachforderungen bei der ersten Prüfung.

  • Definition von Nutzer, Rolle und Datenvolumen im Vertrag
  • Regel, wie mit Lesenden ohne Autorenrechte gezählt wird
  • Messung der Auslastung im Pilot als Grundlage der Menge
03 · Preisbindung

Preise für die Laufzeit festschreiben

Microsoft hob die US-Preise für Power BI Pro auf 14 USD und für PPU auf 24 USD zum 1. April 2025 an. Das zeigt, dass Listenpreise sich ändern.

  • Festpreis oder Obergrenze für Erhöhungen in Prozent pro Jahr
  • Preisgarantie für zusätzliche Lizenzen zum Vertragspreis
  • Regelung zur Währung bei USD-Preisen
04 · Menge und Flexibilität

Mengenänderung während der Laufzeit

Fast jedes Projekt wächst in Wellen. Regeln Sie, wie Sie Lizenzen zukaufen und ob Sie sie bei Reorganisationen übertragen dürfen. Gerade bei Pilot und Rollout in Wellen sind Zukaufpreise wichtiger als der Einstiegsrabatt.

  • Zukauf zum vereinbarten Stückpreis
  • Übertragung von Lizenzen bei Personalwechsel
  • Option auf Rückgabe oder Reduktion zur Verlängerung
05 · Service Level und Haftung

Verfügbarkeit, Support, Haftungsgrenzen

Standardverträge begrenzen Haftung und Gutschriften stark. Klären Sie, was bei Ausfall der Berichte passiert, die für Monatsabschluss oder Vorstandsberichte gebraucht werden. Ein Sonderkündigungsrecht bei dauerhaft verfehlter Verfügbarkeit ist ein sinnvolles Ziel.

  • Verfügbarkeit in Prozent und Messzeitraum
  • Reaktions- und Lösungszeiten je Priorität
  • Gutschriften und Sonderkündigungsrecht bei wiederholter Verfehlung
06 · Exit und Datenexport

Den Wechsel im Voraus regeln

Der EU Data Act begrenzt bei Cloud-Diensten die Frist für die Ankündigung des Wechsels auf höchstens zwei Monate und sieht eine Übergangszeit von 30 Tagen vor. Was Übernahmen für Ihren Vertrag bedeuten, zeigt BI Marktkonsolidierung. Ihr Vertrag sollte mindestens darauf aufbauen.

  • Export von Daten, Berichten und Datenmodellen in gängigen Formaten
  • Abrufzeit nach Vertragsende von mindestens 30 Tagen
  • Löschnachweis nach Ende der Datenhaltung

Quellen: Preislogik laut Tableau und Qlik, Stand Oktober 2026; Microsoft Power BI Blog zur Preisanpassung 2025; Data Act nach Fieldfisher.

Vorarbeit vor dem Angebot

Was vor der Verhandlung vorliegen sollte.

Ihre Verhandlungsposition entsteht in den Schritten davor. Wer nur ein Produkt kennt, kann weder Preis noch Bedingungen vergleichen.

Anforderungen

Lastenheft und Muss-Kriterien

  • Ein belastbares Lastenheft legt fest, was zwingend im Vertragsumfang sein muss.
  • Anforderungen, die nur mit Zusatzmodulen erfüllbar sind, tauchen sonst erst als Nachtrag auf.
  • Gewichten Sie die Kriterien vor den Gesprächen, nicht danach.
  • Notieren Sie Ergebnis und offene Punkte, damit sie in der Verhandlung belegbar sind.
Shortlist

Zwei bis drei Alternativen im Rennen

  • Eine begründete Shortlist aus der Softwareauswahl hält den Wettbewerb offen.
  • Auch eine Alternative zu Power BI kann den Preis bewegen, siehe Power BI Alternativen.
  • Der Anbieter muss spüren, dass ein Wechsel real möglich ist.
  • Notieren Sie Ergebnis und offene Punkte, damit sie in der Verhandlung belegbar sind.
Pilot und Demo

Nutzungsdaten statt Schätzungen

  • Die Auslastung im Pilot zeigt, wie viele Autoren und wie viele Lesende Sie wirklich brauchen.
  • Vorgegebene Demo-Szenarien machen Angebote vergleichbar.
  • Zwei bis vier Wochen Messphase vor einer Kapazitätsreservierung sind ein Erfahrungswert von Find-Your-BI.
  • Notieren Sie Ergebnis und offene Punkte, damit sie in der Verhandlung belegbar sind.
Gesamtkosten

TCO statt Lizenzpreis

  • Die Gesamtkosten enthalten Integration, Modell, Schulung und Betrieb.
  • Ein Rabatt von wenigen Prozent auf die Lizenz ist weniger wert als eine saubere Exit-Regel.
  • Nutzen Sie die Beratungskosten als Referenz, siehe BI-Beratungskosten.
  • Notieren Sie Ergebnis und offene Punkte, damit sie in der Verhandlung belegbar sind.

Quelle: Erfahrungswerte von Find-Your-BI, Stand Oktober 2026; Gesamtkostenbeispiel siehe BI-Projektkosten.

Recht und Datenschutz

Diese Punkte gehören rechtlich in den Vertrag.

Hinweis: Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung. Lassen Sie Auftragsverarbeitung und Haftungsklauseln durch Ihre Rechtsabteilung oder Ihren Datenschutzbeauftragten prüfen.

01 · Auftragsverarbeitung

AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO

Wenn die BI-Software personenbezogene Daten in der Cloud verarbeitet, braucht es einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO.

  • Gegenstand, Dauer, Art und Zweck der Verarbeitung
  • Weisungsbindung und Vertraulichkeit
  • Technische und organisatorische Maßnahmen
  • Rückgabe oder Löschung der Daten nach Vertragsende
02 · Bußgeldrahmen

Warum die Prüfung sich lohnt

Verstöße gegen Pflichten aus Art. 28 können nach Art. 83 Abs. 4 DSGVO mit bis zu 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.

  • Maßgeblich ist der jeweils höhere Betrag
  • Der Vertrag mit dem Anbieter entlastet Sie nicht von der eigenen Prüfpflicht
  • Dokumentation der Auswahl schützt bei Nachfragen
03 · Unterauftragnehmer

Subunternehmer und Standort

Cloud-BI nutzt Rechenzentren und Dienstleister des Anbieters. Verlangen Sie eine Liste und ein Vorab-Informationsrecht bei Änderungen.

  • Liste der Unterauftragnehmer mit Land
  • Widerspruchsrecht bei neuen Unterauftragnehmern
  • Serverstandort der Daten und Berichte benennen
  • Regeln für Zugriffe aus Drittländern
04 · EU Data Act

Wechsel und Kündigung

Seit 12. September 2025 gelten für Cloud-Dienste die Wechselregeln des Data Act (Verordnung (EU) 2023/2854).

  • Kündigung mit höchstens zwei Monaten Frist
  • Übergangszeit von 30 Tagen, bei technischer Unmöglichkeit bis zu sieben Monate
  • Wechselentgelte nur in Höhe tatsächlicher Kosten, ab 12. Januar 2027 verboten
05 · Datenexport

Formate und Abrufzeit

Der Data Act verlangt Export in strukturierten, gängigen, maschinenlesbaren Formaten. Für BI heißt das auch: Datenmodelle, Kennzahlendefinitionen und Berichte.

  • Abrufzeit von mindestens 30 Tagen nach der Übergangszeit
  • Export von Metadaten und Berechnungslogik, nicht nur von Rohdaten
  • Löschung und schriftlicher Nachweis nach Abschluss
06 · Haftung und Audit

Nachweise und Prüfrechte

Standardverträge begrenzen die Haftung oft auf Jahresgebühren. Prüfen Sie, ob das zu Ihrem Risiko passt.

  • Zertifikate und Prüfberichte des Anbieters anfordern
  • Auditrecht oder Berichtsrecht festlegen
  • Meldefristen bei Datenpannen im AV-Vertrag verankern
  • Haftungsobergrenze mit Ihrem Schadensrisiko abgleichen

Quellen: DSGVO auf EUR-Lex (Art. 28 und 83); Data Act laut Fieldfisher und Advant Beiten, Stand 2026.

Rechenbeispiele

Was Laufzeit und Modell in Euro ausmachen.

Die Beispiele sind Rechenbeispiele von Find-Your-BI auf Basis der Microsoft-Listenpreise, netto, ohne Rabatt und ohne Projektkosten. Sie zeigen die Größenordnung, nicht ein Angebot. Rechnen Sie Ihre eigenen Zahlen immer mit Ihren Nutzergruppen und mit dem Preis aus Ihrem Angebot nach.

SzenarioLizenzbasisJahr 1Summe 3 JahreEinordnung
100 Nutzer, alle Pro12,10 € je Nutzer und Monat100 × 12,10 € × 1214.520 €43.560 €Ausgangswert für Verhandlung
100 Nutzer, alle PPU20,80 € je Nutzer und Monat100 × 20,80 € × 1224.960 €74.880 €Nur für Rollen mit Premium-Bedarf
100 Nutzer, Pro plus F2F2 reserviert 2.017 € pro JahrPro plus Kapazität16.537 €49.611 €Kapazität erst nach Messphase reservieren
100 Nutzer, Pro mit 5 % AufschlagAnnahme für die Rechnung14.520 €, dann +5 % pro Jahr14.520 €45.774 €2.214 € Mehrkosten ohne Preisbindung
200 Nutzer, F64 plus 20 AutorenF64 reserviert 64.541 € pro JahrKapazität plus 20 × Pro67.445 €202.335 €Lohnt ab rund 445 Lesenden gegenüber Pro

Quelle: Berechnung von Find-Your-BI auf Basis von Microsoft und der Azure Retail Prices API, Stand Oktober 2026; siehe Power-BI-Kosten. Der Aufschlag von 5 % ist eine reine Annahme zur Veranschaulichung.

Ablauf der Verhandlung

In sechs Schritten zum Vertrag.

Der Ablauf setzt voraus, dass Anforderungen, Shortlist und Demos vorliegen. Planen Sie für die Verhandlung selbst mehrere Wochen ein, weil Datenschutz, Einkauf und Fachbereich beteiligt sind.

01

Bedarf aus Pilotdaten ableiten

Ermitteln Sie Autoren, Lesende und Datenvolumen aus dem Pilot. Rechnen Sie in zwei Szenarien: Start und Vollausbau. Beides gehört später in die Preisstaffel. Berücksichtigen Sie dabei auch Gäste, Dienstkonten und saisonale Spitzen, die in einer reinen Namensliste oft fehlen.

02

Verhandlungsziele festlegen

Legen Sie fest, was zwingend ist (Exit, AV-Vertrag, Preisbindung), was wünschenswert ist (Staffelrabatt, Schulungstage) und worauf Sie verzichten können.

03

Vergleichbare Angebote einholen

Senden Sie allen Anbietern dieselben Angaben zu Nutzerzahl, Datenmengen und Laufzeit. So werden Metriken vergleichbar, auch wenn Preise in Euro und Dollar kommen. Bitten Sie um eine Aufstellung aller Zusatzkosten wie Support-Stufen, Speicher, Entwicklungsumgebungen und Schulungen.

04

Vertragsunterlagen vollständig prüfen

Fordern Sie Bestellformular, Lizenzbedingungen, AV-Vertrag und Service-Level-Beschreibung gemeinsam an. Prüfen Sie Widersprüche zwischen den Dokumenten und Verweise auf Online-Bedingungen.

05

Gesamtpaket verhandeln

Verhandeln Sie Preis, Laufzeit und Exit im Paket. Ein Zugeständnis bei der Laufzeit lässt sich gegen Preisbindung und Zukaufspreise tauschen. Halten Sie Ihre Alternativen bis zur Unterschrift offen, damit der Wettbewerb bis zum Schluss wirkt.

06

Entscheidung dokumentieren

Halten Sie Kriterien, Angebote und Begründung nachvollziehbar fest. Diese Dokumentation hilft bei der Freigabe, bei der Verlängerung und bei Prüfungen. Legen Sie einen Termin für die Überprüfung vor der Verlängerung fest.

Quelle: Vorgehen nach Erfahrungswerten von Find-Your-BI, Stand Oktober 2026.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Worauf achte ich beim BI-Vertrag?

Achten Sie auf Laufzeit mit Verlängerungsfrist, Lizenzmetrik, Preisbindung, Menge und Zukauf, Service Level mit Haftung, Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO sowie Exit und Datenexport. Prüfen Sie außerdem alle Dokumente gemeinsam, also Bestellformular, Lizenzbedingungen, AV-Vertrag und Service-Level-Beschreibung, weil sie sich widersprechen können. Für Cloud-Dienste gelten die Wechselregeln des EU Data Act, die Sie als Mindeststandard für Kündigung und Übergangszeit nutzen können. Wichtig ist, dass Sie diese Punkte nicht einzeln, sondern als Paket betrachten, weil ein Zugeständnis bei der Laufzeit oft gegen Preisbindung oder Zukaufspreise getauscht werden kann.

Wann in der Softwareauswahl beginnt die Lizenzverhandlung?

Die Verhandlung beginnt erst, wenn Anforderungen, Shortlist und Demos abgeschlossen sind. Dann kennen Sie die Muss-Kriterien, haben zwei bis drei Alternativen verglichen und wissen aus dem Pilot, wie viele Nutzer Sie brauchen. Fragen Sie Preise vorher nur als Orientierung an. Wer zu früh über Konditionen spricht, verhandelt ohne Datengrundlage und verliert den Wettbewerb zwischen den Anbietern aus dem Blick. Das gilt auch für interne Abstimmungen: Wenn Einkauf, Datenschutz und Fachbereich die Kriterien kennen, bevor das erste Angebot eintrifft, laufen die Gespräche deutlich ruhiger und sind besser dokumentiert.

Kann ich bei Power BI überhaupt verhandeln?

Bei Kleinmengen im Self-Service gilt der angezeigte Listenpreis, Microsoft weist darauf hin, dass der Preis beim Kauf im Checkout steht (Stand Oktober 2026). Spielraum entsteht bei größeren Mengen, bei Enterprise-Verträgen und bei Kapazitäten über einen Partner. Rabatte aus solchen Verträgen sind nicht öffentlich. Klären Sie über Ihren Microsoft-Partner, welche Vertragsform für Ihre Nutzerzahl infrage kommt. Fragen Sie bei Ihrem Partner konkret nach, welche Rabatte oder Zusatzleistungen wie Schulungstage möglich sind, und lassen Sie sich Zusagen schriftlich bestätigen, statt sich auf mündliche Hinweise zu verlassen.

Wie lange sollte die Vertragslaufzeit sein?

Das hängt vom Rollout ab. Die Hersteller rechnen laut ihren Preisseiten jährlich ab. Ein Jahr gibt Flexibilität, drei Jahre sind sinnvoll, wenn Sie dafür Preisbindung und Staffelrabatt erhalten. Rechenbeispiel: Bei 100 Pro-Lizenzen sind das 14.520 € pro Jahr und 43.560 € in drei Jahren. Legen Sie den Beginn der Laufzeit auf Pilotstart oder Go-live statt auf das Bestelldatum. Verhandeln Sie lieber eine kürzere Laufzeit mit Option auf Verlängerung zu denselben Konditionen, wenn der Rollout unsicher ist. So sichern Sie sich den Preis, ohne zu früh Lizenzen zu bezahlen, die niemand nutzt.

Was bedeutet Nutzerlizenz im Vergleich zu Kapazität?

Bei Nutzerlizenzen zahlen Sie je benannter Person, etwa Power BI Pro mit 12,10 € je Nutzer und Monat. Bei Kapazitätsmodellen zahlen Sie für Rechenleistung oder Datenvolumen, etwa Microsoft Fabric oder Qlik Cloud Analytics. In unserem Rechenbeispiel lohnt sich F64 reserviert gegenüber Pro erst ab rund 445 Lesenden. Entscheidend sind also die Zahl der Lesenden und die Auslastung, die Sie im Pilot messen. Prüfen Sie außerdem, wie der Anbieter Nutzer zählt, die nur lesen, und ob Testkonten oder Dienstkonten mitgezählt werden. Diese Details verändern die Rechnung oft stärker als ein Rabatt.

Lohnt sich die Jahresreservierung bei Fabric?

Microsoft nennt für die Jahresreservierung eine Ersparnis von 40,5 % gegenüber Pay-as-you-go. Dafür binden Sie sich für ein Jahr, während Pay-as-you-go sich pausieren und skalieren lässt. Messen Sie die Auslastung zwei bis vier Wochen, bevor Sie reservieren (Erfahrungswert von Find-Your-BI). Reservieren Sie zunächst die Grundlast und decken Sie Spitzen flexibel ab. Vergleichen Sie vor der Entscheidung beide Varianten in einer kleinen Tabelle mit Ihren Nutzerzahlen für Start und Vollausbau und halten Sie die Annahmen fest, damit die Rechnung später nachvollziehbar bleibt.

Wie schütze ich mich vor Preiserhöhungen?

Vereinbaren Sie Festpreise für die Laufzeit oder eine Obergrenze in Prozent pro Jahr. Dass Listenpreise steigen, zeigt Power BI: Microsoft hob die US-Preise für Pro auf 14 USD und für PPU auf 24 USD zum 1. April 2025 an. Rechenbeispiel: Bei 5 % Aufschlag pro Jahr kosten 100 Pro-Lizenzen in drei Jahren 45.774 € statt 43.560 €. Lassen Sie sich Zukaufspreise zusätzlich zusagen. Verlangen Sie außerdem, dass der Anbieter Preiserhöhungen mindestens mehrere Monate vor Ablauf der Laufzeit schriftlich ankündigt, damit Sie rechtzeitig kündigen oder neu verhandeln können.

Was regelt der EU Data Act beim Anbieterwechsel?

Für Cloud-Dienste gilt seit 12. September 2025 Kapitel VI des Data Act. Die Frist, mit der Sie den Wechsel ankündigen, darf höchstens zwei Monate betragen, die Übergangszeit liegt standardmäßig bei 30 Tagen und kann bei technischer Unmöglichkeit bis zu sieben Monate dauern. Danach muss der Abruf der Daten mindestens 30 Tage möglich sein. Wechselentgelte sind ab 12. Januar 2027 verboten. Bis dahin dürfen nur tatsächliche Kosten berechnet werden. Die Regeln betreffen Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten. Ob Ihr konkreter Vertrag darunter fällt und wie die Übergangsvorschriften wirken, sollte Ihre Rechtsabteilung prüfen.

Brauche ich einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?

Ja, sobald der Anbieter in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet. Das ist bei Cloud-BI mit Kunden-, Personal- oder Nutzungsdaten üblich. Art. 28 Abs. 3 DSGVO nennt Mindestinhalte wie Gegenstand, Dauer, Weisungen, Vertraulichkeit, Unterauftragnehmer, Unterstützung und Löschung oder Rückgabe. Verstöße können nach Art. 83 Abs. 4 mit bis zu 10 Mio. € oder 2 % des Jahresumsatzes geahndet werden. Dies ist keine Rechtsberatung. Lassen Sie den Vertrag zusätzlich auf Regelungen zu Drittlandübermittlungen prüfen, denn auch die Support-Organisation des Anbieters kann außerhalb der EU auf Daten zugreifen.

Wie sichere ich den Datenexport und meine Berichte?

Verlangen Sie im Vertrag den Export von Daten, Berichten, Datenmodellen und Kennzahlendefinitionen in gängigen, maschinenlesbaren Formaten. Der Data Act verlangt strukturierte, gängige, maschinenlesbare Formate und eine Abrufzeit von mindestens 30 Tagen nach der Übergangszeit. Testen Sie den Export schon im Pilot einmal praktisch. Nur so sehen Sie, ob Berechnungslogik und Berichtslayout wirklich mitgenommen werden. Legen Sie fest, wer im Unternehmen den Export verantwortet und wie oft Sie eine Sicherung der Modelle ziehen, damit ein Anbieterwechsel nicht von einer einzelnen Person abhängt.

Welche Rolle spielt der Pilot für die Verhandlung?

Der Pilot liefert Zahlen: wie viele Autoren und Lesende aktiv sind, welches Datenvolumen anfällt und welche Funktionen wirklich genutzt werden. Mit diesen Daten verhandeln Sie Menge und Metrik, statt zu schätzen. Nach unseren Erfahrungswerten dauert ein Pilot mit einem Fachbereich 8 bis 12 Wochen (Erfahrungswerte von Find-Your-BI). Details zum Vorgehen finden Sie in der Projektkostenübersicht. Zusätzlich lohnt es sich, das Ergebnis des Pilots dem Anbieter offen zu zeigen. Belegbare Nutzungszahlen machen Verhandlungen sachlicher und verhindern, dass Lizenzen nach Wunschlisten statt nach Bedarf gekauft werden.

Was kostet externe Unterstützung bei der Verhandlung?

Auf der Seite BI-Beratungskosten nennen wir für BI-Berater im Mittelstand 700 bis 1.800 € je Tag (Erfahrungswert von Find-Your-BI, netto). Die BDU nennt 1.300 € als durchschnittlich fakturierten Tagessatz über alle Beratungsfelder (BDU, 2025). Für die Auswahl rechnen wir 10 bis 25 Beratertage ein. Lohnend ist Unterstützung vor allem bei Vertragsprüfung und Preisvergleich. Klären Sie vorab, welche Leistungen Sie intern erbringen können und wo Sie externe Hilfe wirklich brauchen. Das verhindert, dass Sie Beratertage für Themen buchen, die Einkauf und IT selbst abdecken.

Wie dokumentiere ich die Entscheidung nachvollziehbar?

Halten Sie Anforderungskatalog, Gewichtung, Demo-Bewertung, Angebote und Verhandlungsergebnis in einer Akte fest. Dokumentieren Sie auch, warum Alternativen ausgeschieden sind. Das hilft bei der internen Freigabe, bei der Verlängerung und bei Nachfragen von Revision oder Datenschutz. Das BI Selection Portal unterstützt diese Dokumentation, ersetzt aber keine rechtliche Prüfung des Vertrags. Legen Sie fest, wer die Akte pflegt und wann sie vor der Verlängerung geprüft wird. Ein fester Termin sechs Monate vor Vertragsende verhindert, dass Fristen ungeprüft verstreichen.

Nächste Schritte

Bereit für die Verhandlung?

Find-Your-BI ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl: Anforderungen, begründete Shortlist, Demos, Vertrag und nachvollziehbare Dokumentation. Starten Sie mit dem Matching oder besprechen Sie Ihre Situation im Erstgespräch.