BI Ausschreibung:
In 6 Schritten zum belastbaren RFP.
Für eine BI-Ausschreibung fassen Sie zuerst Ihre Anforderungen in einem Lastenheft zusammen, legen vor dem Versand eine gewichtete Bewertungsmatrix fest und senden das RFP (Request for Proposal, Angebotsanfrage) an drei bis fünf Anbieter. Das RFP besteht aus Anschreiben, Fragenkatalog, Preisblatt und Vertragsbedingungen.
- Bewertung: Die Antworten bewerten Sie auf einer Skala von 0 bis 5, danach folgen eine Demo nach Ihrem Drehbuch, ein Proof of Concept mit ein bis zwei Finalisten und der Vertrag.
- Vergaberecht: Private Unternehmen gestalten das Verfahren frei. Öffentliche Auftraggeber müssen das Vergaberecht beachten und schreiben bei Liefer- und Dienstleistungen ab 216.000 € Auftragswert europaweit aus (sonstige öffentliche Auftraggeber, Stand 1. Januar 2026).
- Im Überblick: Aufbau, Bewertung, Kosten und typische Fehler.
Eine Ausschreibung macht aus Meinungen
vergleichbare Angebote.
BI-Software lässt sich schwer über Preislisten vergleichen. Ein Anbieter rechnet pro Nutzer, ein anderer pro Kapazität, ein dritter pro Rolle. Erst eine einheitliche Anfrage sorgt dafür, dass alle Beteiligten dieselbe Frage beantworten und Sie die Antworten nebeneinanderlegen können. Das gilt für ein Unternehmen mit 20 BI-Nutzern genauso wie für einen Konzern mit 2.000.
Ohne Ausschreibung
- Jeder Anbieter zeigt in der Demo, was er am besten kann, und nicht, was Ihre Fachbereiche brauchen.
- Preise basieren auf unterschiedlichen Annahmen zu Nutzerzahl, Datenmenge und Laufzeit und lassen sich nicht vergleichen.
- Die Entscheidung fällt nach Sympathie, Bekanntheit oder dem Vorschlag eines Einzelnen, und niemand kann sie später begründen.
- Sicherheits-, Datenschutz- und Betriebsfragen tauchen erst im Vertrag auf, wenn sich kaum noch etwas ändern lässt.
- Die IT, der Einkauf und die Fachbereiche arbeiten mit verschiedenen Annahmen und diskutieren am Ende über Eindrücke.
- Zusatzkosten für Schnittstellen, Gateways oder Kapazitäten fallen erst nach dem Kauf auf.
Mit strukturierter BI Ausschreibung
- Alle Anbieter beantworten denselben Fragenkatalog verbindlich und in derselben Struktur.
- Das Preisblatt zwingt zu einer einheitlichen Rechenbasis, zum Beispiel 50, 150 und 300 Nutzer über fünf Jahre.
- Eine Bewertungsmatrix mit Gewichtung entsteht vor dem Versand und macht die Entscheidung nachvollziehbar.
- K.o.-Kriterien wie Datenschutz, Hosting und Pflichtfunktionen sortieren ungeeignete Anbieter früh und ohne Streit aus.
- Fachbereiche, IT und Einkauf bewerten dieselben Antworten und führen ihre Sicht in einer Matrix zusammen.
- Die Antworten werden Teil des Vertrags und sind damit mehr als ein Verkaufsversprechen.
Datenpunkt: Laut Standish Group (CHAOS Report 2020, wie auf BI Lastenheft Vorlage ausgewiesen) waren 31 % der Softwareprojekte voll erfolgreich, 50 % litten unter Verzögerungen, Mehrkosten oder Lücken und 19 % scheiterten. Die Definition von Erfolg ist umstritten, der Trend zeigt aber den Wert klarer Anforderungen.
Neun Bewertungskriterien
mit Beispielgewichtung.
Diese Tabelle ist ein Auszug und ein Ausgangspunkt, kein Standard. Sie zeigt, welche Kriterien in einer BI Ausschreibung typischerweise stehen, wie sie sich gewichten lassen und welche Frage im RFP sie prüft. Passen Sie Gewichte an Ihren Fall an und legen Sie sie fest, bevor das erste Angebot eintrifft. Das schützt Sie vor dem Effekt, dass Gewichte nachträglich zum Lieblingsanbieter passen.
| Kriterium | Gewicht | Skala | Typ | Nachweis im Angebot | Typische Prüffrage |
|---|---|---|---|---|---|
| Funktionale AnforderungenAus dem Lastenheft | 25 % | 0 bis 5 | Gewichtet | Antwort je Anforderung, Demo | Welche MUSS-Anforderungen erfüllt das Produkt ohne Eigenentwicklung? |
| DatenanbindungQuellen und Aktualität | 15 % | 0 bis 5 | Gewichtet | Konnektorliste, Referenzarchitektur | Welche Ihrer Quellen sind nativ angebunden, welche brauchen Zusatzwerkzeuge? |
| Sicherheit und DatenschutzDSGVO, Rollen, Hosting | K.o. | Ja oder Nein | K.o.-Kriterium | AVV-Entwurf, Standort, Zertifikate | Wo werden Daten verarbeitet, und liegt ein Auftragsverarbeitungsvertrag vor? |
| Bedienung und Self-ServiceFachbereiche | 10 % | 0 bis 5 | Gewichtet | Demo mit Ihren Aufgaben | Kann ein Fachanwender einen Bericht ohne IT erstellen? |
| Betrieb und SkalierungPerformance, Verfügbarkeit | 10 % | 0 bis 5 | Gewichtet | SLA, Lastnachweis, Proof of Concept | Wie verhält sich das System bei Ihrer Datenmenge und Nutzerzahl? |
| Gesamtkosten (TCO)Fünf Jahre | 15 % | Preisblatt | Gewichtet | Preisblatt mit drei Nutzerszenarien | Was kosten Lizenz, Kapazität, Betrieb und Schulung über fünf Jahre? |
| Anbieter und ReferenzenStabilität, Branche | 5 % | 0 bis 5 | Gewichtet | Drei Referenzkunden, Ansprechpartner | Gibt es vergleichbare Kunden, die Sie anrufen dürfen? |
| Implementierung und SupportPartner, Reaktionszeiten | 5 % | 0 bis 5 | Gewichtet | Projektplan, Supportmodell | Wer setzt um, in welcher Zeit und mit welchem Support nach dem Start? |
| ProduktstrategieRoadmap, Lizenzmodell | 5 % | 0 bis 5 | Gewichtet | Roadmap, Preisentwicklung | Wie stabil sind Lizenzmodell und Funktionsumfang über die Laufzeit? |
Gewichte sind Beispielwerte (Erfahrungswerte von Find-Your-BI) und ergeben zusammen 100 %. Die Punkteskala 0 bis 5 und die Anzahl von 30 bis 80 Anforderungen entsprechen der Seite BI Lastenheft Vorlage, Stand Oktober 2026.
Drei Wege, BI-Software
auszuschreiben.
Welches Verfahren passt, hängt vom Auftraggeber und vom Auftragswert ab. Die Grundlogik ist immer gleich: eindeutig beschreiben, einheitlich anfragen, nach vorher bekannten Kriterien bewerten.
Marktanfrage mit RFI
Für frühe Orientierung
Ein RFI (Request for Information) ist eine unverbindliche erste Anfrage vor der Shortlist. Sie fragen nach Produktumfang, Betriebsmodell und Referenzen. Auf der Seite BI Lastenheft Vorlage gilt der RFI bei klarer Marktkenntnis oft als entbehrlich.
- Kurzer Fragebogen mit zehn bis 15 Fragen
- Keine verbindlichen Preise
- Hilft bei unklarem Markt, kostet aber Zeit
Aufwand: wenige Tage intern
RFP an drei bis fünf Anbieter
Der Standardweg im Mittelstand
Das RFP ist eine verbindliche Anfrage mit Lastenheft, Fragenkatalog, Preisblatt und Vertragsbedingungen. Private Unternehmen dürfen Zahl der Anbieter, Fristen und Verfahren frei wählen. Drei bis fünf Anbieter halten Aufwand und Vergleichbarkeit im Gleichgewicht.
- Frei gestaltbarer Ablauf
- Rückfragen anonymisiert an alle
- Danach Demo und Proof of Concept
Aufwand: zwei bis vier Wochen Erstellung (Erfahrungswerte von Find-Your-BI)
Förmliches Vergabeverfahren
Wenn Vergaberecht gilt
Öffentliche Auftraggeber müssen Verfahrensart, Fristen und Bekanntmachung nach Vergaberecht wählen. Ab 216.000 € für sonstige öffentliche Auftraggeber und 140.000 € für zentrale Regierungsbehörden gilt bei Liefer- und Dienstleistungen die europaweite Ausschreibung (Stand 1. Januar 2026, ohne Umsatzsteuer).
- Zuschlagskriterien und Gewichtung vorab bekanntgeben
- Gleichbehandlung aller Bieter
- Vergabevermerk als Dokumentation
Aufwand: je nach Verfahren Wochen bis Monate
Quellen: Vergabeblog zu den EU-Schwellenwerten ab 1. Januar 2026, § 106 GWB. Keine Rechtsberatung, prüfen Sie Ihren Fall mit Ihrer Vergabestelle.
Die sechs Dokumente
einer BI Ausschreibung.
Ein gutes RFP ist ein Paket. Jedes Dokument beantwortet eine andere Frage, und zusammen machen sie Angebote vergleichbar.
Ziel, Rahmen und Fristen
Das Anschreiben nennt das Geschäftsziel, den Umfang, den Zeitplan und die Spielregeln. Dazu gehören Abgabefrist, Ansprechpartner und der Hinweis, wie Rückfragen beantwortet werden.
- Zielbild in drei bis fünf Sätzen
- Abgabefrist und Termin für Demos
- Hinweis auf Vertraulichkeit
Anforderungen mit Priorität
Das Lastenheft beschreibt, was die Lösung leisten muss. Die Seite BI Lastenheft Vorlage arbeitet mit acht Kapiteln und der Prioritätslogik MUSS, SOLL und KANN. Üblich sind 30 bis 80 Anforderungen (Erfahrungswerte von Find-Your-BI).
- MUSS als K.o.-Kriterium
- Eindeutig formuliert und überprüfbar
- Nicht vom Anbieter schreiben lassen
Verbindliche Antworten
Jede Anforderung erhält ein Antwortfeld mit festen Optionen: erfüllt, erfüllt mit Anpassung, geplant, nicht erfüllt. Freitext bleibt für Erläuterungen. So lassen sich Antworten ohne Interpretation vergleichen.
- Antwortskala vorgeben
- Erläuterung nur ergänzend
- Antworten als Vertragsbestandteil
Einheitliche Rechenbasis
Das Preisblatt verlangt Preise für dieselben Szenarien, etwa 50, 150 und 300 Nutzer über fünf Jahre. Es trennt Lizenz, Kapazität, Implementierung, Schulung und Betrieb, damit versteckte Posten sichtbar werden.
- Drei Nutzerszenarien
- Fünf Jahre TCO
- Preisgarantie und Indexierung abfragen
Rahmen vorab klären
Legen Sie Eckpunkte offen: Laufzeit, Kündigung, Haftung, Preisentwicklung, Datenexport und Auftragsverarbeitung. Wer die Bedingungen erst nach der Entscheidung sieht, verhandelt ohne Alternative.
- Vertragsentwurf oder Eckpunkte beilegen
- Datenexport bei Vertragsende
- Auftragsverarbeitungsvertrag anfordern
Vorher festlegen, nachher anwenden
Die Matrix legt Kriterien, Gewichte und Skala fest. Zeigen Sie Anbietern die Kriterien und Gewichte, wenn Sie wollen, dass sie darauf antworten, und halten Sie die Matrix intern verbindlich fest.
- Skala 0 bis 5
- Gewichte vor dem Versand
- Mindestens zwei unabhängige Bewerter
Quelle: Aufbau und Prioritäten nach BI Lastenheft Vorlage (acht Kapitel, 49 Beispielanforderungen, Stand Oktober 2026). Das Preisblatt ergänzt die Kostenlogik von BI Projekt Kosten.
Wo die Ausschreibung im
Auswahlprozess steht.
Das RFP ist ein Schritt, kein Selbstzweck. Es verbindet die Vorarbeit mit dem Test und dem Vertrag.
Anforderungen sind die Grundlage
- Fachbereiche liefern Use Cases
- IT liefert Betriebs- und Sicherheitsanforderungen
- Der Ablauf steht im Beitrag BI auswählen
Drei bis fünf Anbieter wählen
- Marktüberblick im BI Software Vergleich
- K.o.-Kriterien reduzieren die Liste
- Zu viele Anbieter erzeugen Aufwand ohne Mehrwert
Antworten prüfen, nicht glauben
- Demo nach Ihrem Drehbuch mit eigenen Daten
- Proof of Concept mit ein bis zwei Finalisten
- MUSS-Kriterien am echten Datenmodell testen
Antworten verbindlich machen
- Fragenkatalog als Anlage zum Vertrag
- Preisblatt als Preisgrundlage
- Verhandlung mit zwei Anbietern parallel
Quelle: Phasenlogik nach BI Lastenheft Vorlage: RFP in Phase 4 mit drei bis fünf Anbietern, Proof of Concept mit ein bis zwei Finalisten (Stand Oktober 2026).
Sechs Punkte, die Einkauf
und Datenschutz prüfen.
Bei BI-Software fließen Unternehmensdaten, oft auch personenbezogene Daten, in ein externes System. Das macht die Ausschreibung zugleich zu einem Compliance-Thema.
AVV nach Art. 28 DSGVO
Verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, ist ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO (Verordnung (EU) 2016/679) nötig. Fordern Sie den Entwurf schon mit dem Angebot an.
- Unterauftragsverarbeiter benennen lassen
- Löschung bei Vertragsende regeln
Hosting und Drittlandübermittlung
Fragen Sie nach Region, Rechenzentrum und möglichen Zugriffen aus Drittländern. Die Antwort gehört in den Fragenkatalog als K.o.-Kriterium.
- Region der Datenverarbeitung
- Support-Zugriffe aus Drittländern
Eindeutig und vergleichbar
Nach § 121 GWB ist der Auftragsgegenstand so eindeutig wie möglich zu beschreiben, sodass alle Unternehmen ihn gleich verstehen und Angebote vergleichbar sind. Auch außerhalb der Vergabe ist das ein guter Maßstab.
- Funktions- und Leistungsanforderungen
- Rahmenbedingungen der Leistung
Wirtschaftlichstes Angebot
Der Zuschlag geht nach § 127 GWB auf das wirtschaftlichste Angebot, also das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Kriterien müssen mit dem Auftragsgegenstand zusammenhängen, und ihre Gewichtung muss bekanntgemacht werden.
- Kriterien und Gewichte vorab festlegen
- Nachvollziehbare Bewertung dokumentieren
Gleiche Informationen für alle
Rückfragen und Antworten gehen an alle Anbieter, nicht nur an den Fragesteller. Fristen gelten für alle gleich. Das schützt vor Streit und stärkt die Verhandlungsposition.
- Anonymisierte Q und A Liste
- Einheitliche Abgabefrist
Geheimhaltung und Dokumentation
Das Lastenheft enthält Einblicke in Prozesse und Datenmodelle. Regeln Sie Vertraulichkeit im Anschreiben und dokumentieren Sie Bewertung und Entscheidung.
- Vertraulichkeitserklärung
- Bewertungsprotokoll ablegen
Quellen: § 121 GWB, § 127 GWB, Verordnung (EU) 2016/679, abgerufen am 19. Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.
Was die Ausschreibung kostet,
und was sie spart.
Der Aufwand einer BI Ausschreibung steckt in Beraterzeit oder interner Arbeitszeit. Die Tabelle zeigt Erfahrungswerte für die Auswahlphase im Verhältnis zur Lizenz, hier am Beispiel von Power BI Pro mit 12,10 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung (Microsoft Deutschland, Stand Oktober 2026). Die Summe für das erste Jahr umfasst Auswahl, Konzept, Pilot, Schulung und Lizenz.
| Größenklasse | Beispiel | Lizenz pro Jahr | Auswahlphase | Summe erstes Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Klein50 Mitarbeitende, 10 Nutzer | Power BI Pro | 1.452 € | 0 bis 2.000 € | 10.000 bis 22.500 € |
| Mittelstand250 Mitarbeitende, 100 Nutzer | Power BI Pro | 14.520 € | 8.000 bis 20.000 € | 52.500 bis 92.500 € |
| Größer800 Mitarbeitende, 300 Nutzer | Power BI Pro | 43.560 € | 20.000 bis 40.000 € | 183.500 bis 363.500 € |
Quelle: Erfahrungswerte von Find-Your-BI, netto, Stand Oktober 2026, siehe BI Beratung Kosten, BI Projekt Kosten und Power BI Kosten. Lizenzpreise: Microsoft Deutschland. Tagessätze der Beratung liegen bei 700 bis 1.800 € (Erfahrungswert von Find-Your-BI), der Durchschnitt über alle Beratungsfelder bei 1.300 € (BDU, 2025).
In sechs Schritten
zum Zuschlag.
Planen Sie für das RFP selbst zwei bis vier Wochen Erstellung ein, dazu Zeit für Rückfragen, Auswertung, Demos und Proof of Concept (Erfahrungswerte von Find-Your-BI).
Anforderungen als Lastenheft festhalten
Sammeln Sie 30 bis 80 Anforderungen aus Fachbereichen und IT, priorisieren Sie mit MUSS, SOLL und KANN und formulieren Sie jede so, dass sie sich prüfen lässt. Das Lastenheft ist die Anlage zum RFP.
Bewertungsmatrix vor dem Versand festlegen
Definieren Sie Kriterien, Gewichte, die Skala von 0 bis 5 und K.o.-Kriterien. Bestimmen Sie die Bewerter und halten Sie die Matrix schriftlich fest, bevor Angebote vorliegen.
Anbieter auswählen und RFP versenden
Reduzieren Sie die Marktübersicht auf drei bis fünf Anbieter, die Ihre K.o.-Kriterien erfüllen. Versenden Sie Anschreiben, Fragenkatalog, Preisblatt und Vertragsbedingungen mit einheitlicher Frist.
Rückfragen beantworten und Angebote auswerten
Beantworten Sie Rückfragen für alle Anbieter gleich. Bewerten Sie Antworten zunächst einzeln, dann in einer Runde, und dokumentieren Sie Abweichungen mit Begründung.
Demo und Proof of Concept durchführen
Laden Sie die besten zwei bis drei Anbieter zur Demo nach Ihrem Drehbuch ein. Testen Sie ein bis zwei Finalisten mit eigenen Daten gegen die MUSS-Kriterien.
Verhandeln und Vertrag abschließen
Verhandeln Sie mit zwei Anbietern parallel über Preis, Laufzeit, Datenexport und Auftragsverarbeitung. Machen Sie Fragenkatalog und Preisblatt zu Vertragsanlagen.
Quelle: Ablauf und Zeiten nach BI Lastenheft Vorlage und BI auswählen, Stand Oktober 2026.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Wie schreibe ich BI-Software aus?
Beginnen Sie mit einem Lastenheft, das 30 bis 80 priorisierte Anforderungen enthält. Legen Sie danach Kriterien, Gewichte und eine Punkteskala von 0 bis 5 fest und senden Sie das RFP mit Anschreiben, Fragenkatalog, Preisblatt und Vertragsbedingungen an drei bis fünf Anbieter. Antworten bewerten Sie nach der vorab festgelegten Matrix, prüfen die Finalisten per Demo und Proof of Concept und verhandeln dann den Vertrag. Die Reihenfolge ist entscheidend: erst Anforderungen, dann Bewertungslogik, dann Anfrage. Die Ergebnisse dokumentieren Sie so, dass Dritte die Entscheidung später nachvollziehen können.
Ist eine BI Ausschreibung für Privatunternehmen Pflicht?
Nein, die Pflicht zur förmlichen Vergabe gilt für öffentliche Auftraggeber. Private Unternehmen dürfen das Verfahren frei gestalten und entscheiden selbst über Zahl der Anbieter, Fristen und Form. Trotzdem lohnt sich ein strukturiertes RFP, weil es Angebote vergleichbar macht und die Entscheidung begründet. Gerade im Mittelstand entsteht der Nutzen aus der einheitlichen Rechenbasis und aus verbindlichen Antworten, die später Teil des Vertrags werden können, nicht aus Formalismus. Ob Sie ein Verfahren förmlich oder schlank aufsetzen, ist Ihre Entscheidung, die Struktur bleibt jedoch dieselbe.
Ab welchem Wert müssen öffentliche Auftraggeber europaweit ausschreiben?
Für Liefer- und Dienstleistungsaufträge gilt seit dem 1. Januar 2026 ein EU-Schwellenwert von 216.000 € für sonstige öffentliche Auftraggeber und 140.000 € für zentrale Regierungsbehörden, jeweils ohne Umsatzsteuer (Vergabeblog, Januar 2026). Darunter greifen nationale Verfahrensregeln. Welche Regel für Ihren Fall gilt, hängt von Auftraggeber und Auftragswert ab. Klären Sie das mit Ihrer Vergabestelle, bevor Sie Unterlagen verschicken. Die Werte verändern sich mit der nächsten Anpassung der EU, deshalb sollten Sie den aktuellen Stand vor jeder Ausschreibung erneut prüfen. Das gilt auch für die Summe mehrerer Lose.
Wie viele Anbieter sollte ich anfragen?
Drei bis fünf Anbieter sind in der Praxis ein guter Kompromiss (Erfahrungswerte von Find-Your-BI). Bei weniger als drei fehlt der Vergleich, bei mehr als fünf steigt der Aufwand für Auswertung und Demos stark, ohne dass die Entscheidung besser wird. Nutzen Sie K.o.-Kriterien, um aus einer größeren Marktübersicht eine kurze Liste zu machen, und fragen Sie nur die Anbieter an, die Sie wirklich in Betracht ziehen würden. Bei Unsicherheit starten Sie mit drei Anbietern und nehmen erst dann weitere auf, wenn ein K.o.-Kriterium einen Anbieter unerwartet ausschließt.
Was gehört in einen BI-Fragenkatalog?
Der Fragenkatalog enthält jede Anforderung aus dem Lastenheft mit einer festen Antwortskala, zum Beispiel erfüllt, erfüllt mit Anpassung, geplant oder nicht erfüllt. Dazu kommen Fragen zu Datenanbindung, Sicherheit, Datenschutz, Betrieb, Support und Referenzen sowie ein Feld für Erläuterungen. Wichtig ist, dass Antworten überprüfbar sind. Formulierungen wie „unterstützt“ ohne Nachweis taugen wenig, weil sie in der Demo oder im Proof of Concept erst belegt werden müssen. Ergänzen Sie den Katalog um Fragen nach Referenzen und Nachweisen, damit Sie Aussagen später mit Kunden gegenprüfen können.
Wie bewerte ich die Angebote nachvollziehbar?
Nutzen Sie eine Matrix mit Kriterien, Gewichten und einer Skala von 0 bis 5, die Sie vor dem Versand festlegen. Mehrere Bewerter punkten zunächst unabhängig, danach gleichen Sie Abweichungen in einer Runde ab. K.o.-Kriterien wie Datenschutz oder Hosting werden mit Ja oder Nein geprüft und nicht gewichtet. Halten Sie Begründungen fest. So lässt sich die Entscheidung später gegenüber Geschäftsführung, Revision oder Betriebsrat erklären. Üblich ist, dass Fachbereich, IT und Einkauf jeweils eigene Teilbereiche bewerten und die Ergebnisse zusammengeführt werden.
Soll ich das Preisblatt vorgeben?
Ja, ein vorgegebenes Preisblatt ist einer der wirksamsten Hebel. Es verlangt Preise für dieselben Szenarien, zum Beispiel 50, 150 und 300 Nutzer über fünf Jahre, und trennt Lizenz, Kapazität, Implementierung, Schulung und Betrieb. So werden unterschiedliche Preislogiken vergleichbar, etwa Preis je Nutzer und Monat bei Power BI Pro mit 12,10 € (Microsoft Deutschland, Oktober 2026) gegenüber kapazitätsbasierten Modellen. Fragen Sie außerdem nach Preisgarantie und Indexierung. Lassen Sie sich zusätzlich bestätigen, ob Preise für Laufzeiten von drei und fünf Jahren gelten und wie sich Kapazitäts- oder Nutzerzahlen auf den Preis auswirken.
Was ist der Unterschied zwischen RFI, RFP und Proof of Concept?
Ein RFI ist eine unverbindliche Marktanfrage vor der Shortlist. Das RFP ist die verbindliche Ausschreibung mit Fragenkatalog und Preisblatt an drei bis fünf Anbieter. Ein Proof of Concept testet danach ein bis zwei Finalisten mit Ihren echten Daten gegen die MUSS-Kriterien. Die drei Schritte bauen aufeinander auf, ersetzen sich aber nicht: Das RFP prüft Aussagen auf dem Papier, der Proof of Concept prüft, ob sie in Ihrer Umgebung stimmen. Planen Sie dafür Zugriff auf Beispieldaten und feste Termine mit den Fachbereichen ein, sonst verzögert sich das Verfahren.
Wie lange dauert eine BI Ausschreibung?
Für Lastenheft und RFP sollten Sie zwei bis vier Wochen einplanen (Erfahrungswerte von Find-Your-BI). Hinzu kommen Rückfragen und Angebotsfrist, die Auswertung, Demos und der Proof of Concept. Insgesamt sind für die Auswahl bis zum Vertrag oft mehrere Monate realistisch. Bei öffentlichen Auftraggebern bestimmen Verfahrensart und Fristen des Vergaberechts die Dauer. Eine gute Vorbereitung verkürzt die Zeit, weil weniger Nachfragen und Korrekturschleifen nötig sind. Ein realistischer Zeitplan mit Puffer für Rückfragen verhindert, dass Fristen am Ende die Qualität der Bewertung bestimmen.
Was kostet die Vorbereitung einer BI Ausschreibung?
Im Mittelstand mit rund 100 BI-Nutzern liegt die Auswahlphase bei 8.000 bis 20.000 € (Erfahrungswerte von Find-Your-BI, netto, Stand Oktober 2026), bei kleinen Projekten mit zehn Nutzern bei 0 bis 2.000 € und bei größeren Landschaften mit 300 Nutzern bei 20.000 bis 40.000 €. Hinzu kommt interne Arbeitszeit. Die Auswahl macht damit einen kleinen Teil der Summe für das erste Jahr aus, beeinflusst aber alle folgenden Kosten. Die Zahlen sind Orientierungswerte und hängen von Zahl der Standorte, Datenquellen und Anbieter ab, daher lohnt ein Abgleich mit Ihrem Umfang.
Welche typischen Fehler gibt es bei der BI Ausschreibung?
Häufig sind zu viele Anforderungen ohne Priorität, Gewichte, die nach Eingang der Angebote angepasst werden, und fehlende Preisvergleichbarkeit. Auch ein vom Anbieter geschriebenes Lastenheft ist riskant, weil es dessen Produkt bevorzugt. Weitere Fehler sind eine zu lange Anbieterliste, Datenschutzfragen erst im Vertrag und eine Demo ohne eigenes Drehbuch. Wer diese Punkte vermeidet, spart Zeit und erhält Angebote, die sich wirklich vergleichen lassen. Prüfen Sie außerdem, ob die Bewertung im Team stattfindet und ob jede Abweichung schriftlich begründet wird.
Wie gehe ich mit Datenschutz und Auftragsverarbeitung um?
Verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, benötigen Sie einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Fragen Sie im RFP nach Serverstandort, Unterauftragsverarbeitern, Zugriffen aus Drittländern und Löschkonzept, und fordern Sie den Vertragsentwurf mit dem Angebot an. Machen Sie die Antwort zum K.o.-Kriterium, damit Anbieter ohne tragfähige Lösung früh ausscheiden. Beteiligen Sie Ihren Datenschutzbeauftragten schon bei der Erstellung des Fragenkatalogs. Klären Sie auch, wer beim Anbieter für Datenschutzanfragen zuständig ist und wie schnell Auskünfte erfolgen.
Kann Find-Your-BI bei der Ausschreibung helfen?
Find-Your-BI ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl und kein Vergleichsportal. Es unterstützt Anforderungen, begründete Shortlist, Demos, Vertrag und nachvollziehbare Dokumentation. Das BI-Matching kostet 0 €, der Auftrag mit Expertenbudget 900 € und die End-to-End BI-Auswahl 8.000 € (einmalig, zuzüglich Mehrwertsteuer, Stand Oktober 2026). Welche Variante passt, besprechen Sie in einem kostenlosen Erstgespräch. Mehr dazu im BI Selection Portal. Das Erstgespräch dauert 30 Minuten und verpflichtet zu nichts. Bringen Sie am besten Ihre Anforderungen, die geplante Nutzerzahl und den gewünschten Zeitplan mit, dann lässt sich der Umfang schnell eingrenzen.
Von der Anforderung zur
begründeten Shortlist.
Starten Sie mit einer Shortlist aus Ihren Anforderungen oder sprechen Sie mit uns über Ihre Ausschreibung. Find-Your-BI begleitet Sie von den Anforderungen über Demos bis zum Vertrag, mit nachvollziehbarer Dokumentation. Die Preise der Pakete finden Sie unter BI Beratung Kosten.